Das gefährliche Last-Minute-Problem des HSV

Der Fluch der späten Gegentore gefährdet mehr und mehr das Aufstiegsprojekt des Hamburger SV. Beim 3:3 (2:1) gegen Holstein Kiel verspielte der HSV am Montagabend wieder einmal Sekunden vor dem Abpfiff eine Chance, sich im Kampf um einen direkten Aufstiegsplatz in der 2. Fußball-Bundesliga einen Vorteil zu verschaffen. „Das sind Dinge, die sehr, sehr weh tun“, sagte Trainer Dieter Hecking nach dem Nordduell. „Das sind Punktverluste, die braucht keiner.“

Quelle: AZVISION

Da hat er wohl recht, der Dieter! :smirk:

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Das kennen wir doch sicher alle auch aus dem Leben Abseits des Fußballs: Wenn ich besonders große Angst vor etwas habe, passiert genau das mit hoher Wahrscheinlichkeit. Die berühmte Selbsterfüllende Prophezeiung. Wir wussten doch am Montagabend alle, was passieren würde - spätestens als Kiel diesen lächerlichen Freistoß bekam, in dessen späterer Folge dann das 3:3 fiel. Und die Spieler „wussten“ dass auch, deshalb haben sie auch alle die Hände vor den Kopf geschlagen, als der Herr Dankert pfiff. Und weil sie es „wussten“, geschah es auch.

Das lernen wir doch schon alle in der Jugend. Frage ich ein Mädchen nach einer Verabredung, in der Annahme eh einen Korb zu bekommen, bekomme ich ihn auch. Den selbstsicher auftreteden Typen passiert das aber nie. Und wenn, schütteln sie es ab und fragen die Nächste. Ich habe mich da früher drüber geärgert, bis ich irgendwann - nach den ersten Erfolgserlebnissen - selbstbewusster wurde. Im Fußball nennen einige das das Sieger-Gen. Aber das ist kein Gen, das ist einfache Psychologie. Und wenn man das selbst nicht hinbekommt, hilft der Sportpsychologe oder der Zufall.

Das Pass von Aaron Hunt in Stuttgart hätte auch druchkommen können und schließlich zum 3:2 für den HSV geführt. Dass sähe vieles anders aus, aber so ist es nun einmal nicht. Ein bisschen Spielglück gehört halt auch immer dazu. :slight_smile:

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Was spricht dagegen vielleicht wirklich einen psychologen zum Team dazu zuholen?
Das ganze ist doch reine Kopfsache

Ich halte den Einsatz von Sportpsychologen oder Coaches auch für angezeigt. Eigentlich gehe ich davon aus, dass so etwas heute dazugehört. Von Angeboten für den einzelnen bis zur Gruppenmaßnahme.
Die Misere in der Nachspielzeit ist ein Kopfproblem. Und ein Abwehrproblem. An dem Verständnis, dass alle an der Abwehr mitarbeiten, ist zu arbeiten. Taktisch und psychologisch.

Da stimme ich zu, absolut mental bedingt.
Wo ist die agressive Körpersprache, der unbedingte Siegeswille, die Gruppendynamik innerhalb der Mannschaft auf der letzten Strecke des Spiels?
Ich finde auch die Manschaft bräuchte dringend einen Mental-Coach der wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gibt.
Die Mannschaft kann ja gut spielen

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Genau. Die Spielgestaltung ist doch viel besser als letzte Saison. Sie spielen Fußball.
Und sie haben sich auch verbessert. Sie können zurückkommen, wenn sie ein Tor gefangen haben.
Hat der HSV keine Mentaltrainer? Ich habe keine Ahnung. Wenn nein, wäre das wirklich nicht professionell.

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Für mich ein reines Kopfproblem.Beginnen die letzten Minuten beginnt auch das grosse Flattern

Unglaublich was wir haben liegen lassen. 5 Punkte mehr auf dem Konto und die erste Liga wäre schon greifbar.
Das man immer in der Nachspielzeit einen treffer hinnehmen muss ist mittlerweile kopfsache.
Jetzt hoffen wir das man in Dresden das Spiel vorher klarmacht und nicht wieder zittern muss.
Worauf ich keine Lust habe ist ein Endspiel in Heidenheim man weis ja wie sowas ausgeht siehe Paderborn im letzten Jahr.

Ich denke die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Das schwache Nervenkostüm mag ein Grund sein und führt vielleicht in letzter Konsequenz zu einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung. Andererseits ist für mich zu offensichtlich, dass die Mannschaft in der Defensive oftmals schwach und fahrig agiert. Das ist nicht nur in den letzten zehn Minuten ein Problem. Das die Gegner in den kurz vor Schluss alles nach vorne werfen ist doch klar und macht dieses Schwäche einfach nur sichtbarer.

Ich habe immer den Eindruck, dass die Gegner spüren beim HSV geht immer was. Beim Kicken hat man früher seinem Mitspieler zugerufen „Der kann nix“ um den Verteidiger zu foppen. Das könnte der gefühlt der Leitgedanke der Gegner sein, wenn Sie van Drongelen und Letschert schon beim Spielaufbau unter Druck setzen.

Das ist vor allem für die Gesundheit nicht gut.
Horrorvorstellung wäre Relegation. Das sind zwei Spiele die Jahre kosten.
Trotzdem nur der HSV!!

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Auch könnte man dazu anmerken, dass unsere Mannschaft gegen Fürth, Stuttgart und Kiel versäumt hat auch höher in Führung zu gehen! In Fürth spielte man die letzte Angriffe gar nicht mehr richtig aus, weil man sich des sicheren Sieges vermutlich zu sicher fühlte? Auch gegen Kiel hatte man alle Trümpfe in der Hand, da das Spiel gedreht wurde und man das Momentum auf seiner Seite hatte! Aus solchen guten Gelegenheiten macht das Team aber viel zu wenig, weil sie nach Führungen häufig ein oder zwei Gänge zurückschaltet, anstatt weiter Gas zu geben! Das Timing und der Rhythmus fehlt im Team. Etwas im Spiel ausruhen ohne das der Gegner die Oberhand gewinnt, dass kann unsere Mannschaft nicht! Manchmal hat man den Eindruck, das es zwischen sturen Angriffsfußball und defensiver Abwehrschlacht nicht viel dazwischen gibt beim HSV

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Das magst wohl sagen, denn spannend war es beim HSV immer, das kann keiner leugnen.